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Das Klimaschutzabkommen von Paris tritt nur 11 Monaten nach der Verabschiedung in Kraft. Die Ratifizierung in Rekordzeit zeigt, dass es die nationalen Regierungen wirklich ernst meinen. Dies ist ein historischer Schritt. Internationaler, globaler Klimaschutz ist nun nicht mehr wegzudenken. Das Abkommen läutet den kompletten Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen ein.

Aber mit dem Inkrafttreten des Abkommens fängt die Arbeit erst an. Zunächst müssen alle Länder ihre Vorschläge, wie sie ihre Treibhausgasemissionen reduzieren wollen (die nationally determined contributions, NDCs), auch wirklich umsetzen. In vielen Ländern müssen dazu neue nationale Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt werden. Länder wie die USA oder Canada werden ohne weitere Maßnahmen ihre selbst gesteckten Ziele weit verfehlen. Aber auch Länder wie China und die EU Mitgliedsstaaten müssen mehr tun.

Jedoch selbst wenn alle Vorschläge voll umgesetzt werden, reichen die Reduktionen bei weitem nicht aus, den Klimawandel auf die in Paris beschlossenen Werte zu begrenzen. Im Vertrag ist festgeschrieben, die globale Temperaturerhöhung auf „weit unter 2°C“ zu begrenzen und Anstrengungen zu unternehmen, 1.5°C nicht zu überschreiten. Bei Umsetzung aller nationalen Vorschläge steigt die Temperatur noch um etwa 3°C bis Ende des Jahrhunderts (s. Climate Action Tracker oder unser Artikel in Nature).

Alle Länder müssen also schnellstmöglich ihre Ambition erhöhen, nach neuen Möglichkeiten suchen Emissionen weiter zu senken und langfristig aus fossilen Brennstoffen auszusteigen. Gerade für 1.5°C schließt sich das Zeitfenster rapide. Bis 2018 zu warten, wenn die nächste Runde von Vorschlägen eingeläutet werde soll, ist zu spät.

Deutschland müsste seinen Klimaschutzplan für 2050 neu an die in Paris beschlossenen Zielen von „weit unter“ 2°C und in Richtung 1.5°C anpassen. Dazu müsste unter anderem die Energiewende erheblich beschleunigt werden. Klimaneutralität müsste deutlich vor 2050 erreicht werden. Der Umbau weg von fossilen Brennstoffen, hin zu 100% erneuerbaren Energien müsste deutlich vor 2050 vollzogen sein. Dazu gehört auch der Ausstieg aus der Kohle, der wiederum früher stattfinden müsste. Der Verkehr müsste komplett auf konventionelle Benzin- und Diesel-Autos verzichten, zugunsten von z.B. Elektroautos: Unter strikter Auslegung der Ziele von Paris dürften schon ab 2025 keine konventionellen Benzin- und Diesel-Autos mehr verkauft werden.

Die Ratifizierung des Pariser Klimaschutzabkommens ist ein historischer Schritt. Viele weitere müssen nun folgen, um die Klimaänderung wirklich zu stoppen.

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